3. Die Anspannung löst sich auf

Indem man der Versuchung widersteht, in den Aktionismus zurückzuverfallen, kommt es zu einer immer weiteren Steigerung der negativen Gefühle. Der Druck zum Aktionismus zurückzukehren wächst. Er wächst bis zu einem Punkt, den ich den "Punkt des größten Handlungsdrucks" nenne. Und dann kommt es plötzlich und völlig unerwartet zu einer Entspannung: Der Druck lässt nach, die Gefühle fallen von einem ab und man fühlt sich leicht und befreit.

Dies geschieht allerdings nur, wenn das eingestellte Verhalten auch tatsächlich Aktionismus war. Und das beantwortet auch die Frage: Was wenn man sich geirrt hat und es gar kein Aktionismus war?

Wenn das eingestellte Verhalten ein notwendiger Teil der Problemlösung war, dann sind die Gefühle, mit denen man konfrontiert ist, nicht nur Weltsicht-bezogene Gefühle, sondern auch Realitäts-bezogene. Und die entspannen sich nicht, sindern sie wachsen immer weiter bis in absolute Extreme, bei denen klar wird, dass hier ein Irrtum vorliegt.

Genau deshalb ist es so wichtig, sich für die Gefühle wirklich zu öffnen. Es genügt absolut nicht, einfach nur den Aktionismus einzustellen und die Gefühle dann wie immer zu unterdrücken und zu blockieren. Sondern die Gefühle müssen frei fließen können, sonst würde man einen Irrtum nicht bemerken und der Erkenntnisprozess wird auch nicht ausgelöst.

nächstes Kapitel: Erkenntnis stellt sich ein
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