Innere Wahrnehmung

Meistens verbindet man mit dem Begriff "Wahrnehmung", die Aufnahme von Informationen durch die 5 Sinnesorgane des Menschen. Aber die Aufmerksamkeit kann sich auch nach innen richten. "Innen" meint das Innere der Psyche. Die Wahrnehmung von Vorgängen innerhalb der Psyche bezeichne ich als "innere Wahrnehmung" im Gegensatz zur "äußeren Wahrnehmung" über die 5 Sinnesorgane. Die innere Wahrnehmung hat einen engen Bezug zu den nicht rationalen Teilen der Psyche. Im Zustand der rationalen Isolation bleibt die innere Wahrnehmung weitgehend ungenutzt. Durch die Überwindung der rationalen Isolation und die Aktivierung der nicht-rationalen Teile der Psyche entwickelt sich die innere Wahrnehmung und liefert immer mehr und erstaunlichere Informationen.

Die meisten Menschen empfinden ihre innere Wahrnehmung als unangenehm, da diese zahlreiche notwendige Korrekturen in der Lebensführung signalisiert, die ignoriert werden, weil die innere Wahrnmehmung keine Beachtung erfährt. Das führt dazu, dass die innere Wahrnehmung gemieden wird. Normalerweise wandert die Aufmerksamkeit in Zeiten von Inaktivität automatisch von außen nach innen. Dieser Prozess wird aber durch zahlreiche Kompensationshandlungen und Ablenkungen unterbunden. Den Höhepunkt dieser Negativentwicklung stellen Smartphones dar, die nahezu jede Minute freiwerdender Aufmerksamkeit binden und so die wirksamste Vermeidung innerer Wahrnehmung darstellen, die der Mensch jemals zur Verfügung hatte. Das führt in eine Negativspirale, die dazu führt, dass das Innere der Psyche immer mehr zur absoluten Hölle wird, während mit Hilfe von Ablenkungen wie Smartphones die Illusion eines erfolgreichen Lebens aufrechterhalten wird.

Die kläglichen Reste der inneren Wahrnehmung kennt man als Instinkt, 6er Sinn und Intuition.

Die innere Wahrnehmung ist dem Menschen immer zugänglich. Allerdings sind Umfang und Qualität ihrer Informationen eingeschränkt, solange die nicht-rationalen Teile der Psyche inaktiv sind. Die Aktivierung der nicht-rationalen Teile der Psyche und damit der inneren Wharnehmung erfolgt durch das wiederholte Durchlaufen des Erkenntnisprozesses.

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